
Englischsprachige Songs. That´s it. Das war schon immer mein Ding. Und wird es vermutlich immer bleiben. Dabei haben all die Songs ja eher mich gefunden als umgekehrt. Genau wie die Gitarre. Manchmal passieren eben eine Menge Zufälle, und plötzlich hat sie einen erwischt - die große Leidenschaft. Dass mir die Musik so viel Spaß macht, liegt vielleicht daran, dass ich selten was erzwingen wollte und immer aufs Neue die richtigen Leute getroffen habe. Natürlich waren sie unendlich lang, die Jahre allein im stillen Kämmerchen. Nur ich, meine Gitarren und die Songs. Da gibt es immer wieder Phasen, wo du dir denkst „Warum mach ich das eigentlich? Nur für mich selbst?“. Aber ich habe immer gewusst, dass es da draußen Leute gibt, denen das gefallen würde. Und die ersten, die du dabei überzeugen musst, sind die Jungs in deiner Band. Keine leichte Aufgabe. Aber Jul und Wolfi haben mir die Ideen von Anfang an aus den Händen gerissen und ihnen ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Und nun sind es unsere Songs.
Meine wichtigsten Werkzeuge sind meine Gitarren und meine Stimme. Ohne die geht gar nichts. Wobei fast immer das Instrument eine erste Idee liefert und die Stimme folgt. Das kann aber auch dauern. Manchmal schaffe ich einen Song in weniger als einer Stunde. Andere trage ich Jahre mit mir herum. Ich habe quasi ein Archiv, in dem ich sämtliche Ideen gespeichert habe. Diese Ideen kommen immer wieder mal zum Vorschein, dann arbeite ich daran weiter und im Optimalfall entsteht daraus ein neuer Song. Oder eben auch nicht.
Natürlich macht es enormen Spaß, sich mit den schier endlosen technischen Möglichkeiten von E-Gitarren, Effekten und Verstärkern zu beschäftigen. Es kann sogar passieren, dass mich ein bestimmter Effekt oder ein gewisser Sound zu einem neuen Song anregt, das gibt es immer wieder mal. Aber für gewöhnlich habe ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie mein Instrument klingen soll, dann bin ich sozusagen „at home“.
Das mit dem Erfolg ist so eine Sache. Und in erster Linie eine Frage der Definition. Wenn man anfängt zu komponieren, träumt man von vielen Dingen. Aber mit einer Sache rechnet man überhaupt nicht - mit Menschen, die nach einem Konzert zu einem kommen und sagen, wie sehr ihnen dieser Song gefallen hat. Oder dass er ihnen etwas bedeutet. Und man muss akzeptieren, dass etwas, was man eigentlich für sich selbst geschrieben hat, plötzlich eine gewisse Rolle im Leben einer anderen Person spielt. Das kann man dann gut finden oder eben nicht. Ehrlich gesagt - ich finde es schlichtweg großartig. Denn wenn man das einmal erlebt hat, sieht man Erfolg mit anderen Augen. Bei mir ist es jedenfalls so.
Thanks for listening, Cornel